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Rente mit 70? Altersdiskriminierung? Passt das in der Hotellerie zusammen?

  • Writer: Stephan Busch
    Stephan Busch
  • 3 days ago
  • 3 min read


Da kommt einem zuerst der viel genannte Dachdecker in den Sinn der mit 70 Jahren noch aufs Dach soll. Super wenn er es schafft und davon gibt es noch einige. Realistisch aber wohl nur wenn er bis 70 Jahre nicht freiwillig vom Dach steigt und aufhört Aber wenn ein erfahrener 70 jähriger oder 60 jähriger Dachdecker - egal wie fit er ist - sich in dem Alter für den Job bewirbt? Wird er genommen? Altersdiskriminierung? Gesunder Menschenverstand des Arbeitgebers? Macht die Versicherung mit? In der Hotellerie dasselbe. Ein Kellner, ein Koch oder ein Zimmermädchen haben bis zur Rente mehr Kilometer zurück gelegt als die meisten Marathonläufer und mehr Gewicht gehoben in ihrer Karriere als so mancher Baukran. Die Gehälter sind nicht gut und somit die Rente auch bescheiden. Weiter arbeiten? Irgendwann ist der Körper nicht mehr bereit. Wenig Rente akzeptieren ist oft die einzige Möglichkeit. Die Rente mit 70 ist in der Hotellerie aufgrund körperlicher und psychischer Belastungen für viele undenkbar. Es gibt im internet Webseiten die jobs für Menschen plus 6o Jahre anbieten, doch wenn man die Angebote ansieht ist Rente mit 70 Jahre wohl eher für die Politiker gedacht die so etwas vorschlagen um ihre Fehler zu kaschieren. Da jene bei vollem Gehalt ohnehin nicht körperlich arbeiten lässt sich das leicht vorschlagen. Auf einem bequemen Sessel auf die Rente mit 70  warten ist für jene vorstellbar in der Hotellerie wohl eher nicht.


Es gibt Angebote für “Silver Worker” - nett beschrieben! Für Menschen mit Hotellerie Erfahrung kann man dort allerdings graue Haare bekommen. Die besten sind noch: Gästebetreuer (was da im Hotel noch zusätzlich dazu kommt weiss man allerdings nicht. Reservierungsmitarbeiter (da fallen dann die meisten Köche und Kellner schon durch). Hausdame und viel Reinigungspersonal wird auch gesucht (in der Hotellerie wieder ein Knochen Job), Dasselbe mit Frühstücks service. Wer das einmal gemacht hat weiss wie anstrengend das ist. Bei der heutigen Personal Knappheit steht man sicher oft alleine da.


Die Werbung für ältere hört sich gut an:


Die Hotellerie leidet unter extremem Fachkräftemangel. Ältere, erfahrene Kräfte sind bei Hotelbetrieben heiß begehrt, weil sie:

  • über hervorragende Umgangsformen verfügen,

  • in Stresssituationen gelassen bleiben,

  • loyale und zuverlässige Mitarbeiter sind,

  • keine lange Einarbeitungszeit benötigen.

Die Werbung für ältere hört sich gut an , aber das tut die Werbung für Redbull und Rheumagel auch.

Die Hotellerie verliert soviel Erfahrung , aber bei den heutigen Lohn und Lohnnebenkosten kann man auch die Arbeitgeber verstehen.


Ich selbst habe es nur einmal in Asien erlebt wo in einem 5* Sterne Hotel immer wieder ältere ehemalige Angestellten arbeiteten die Stammgäste kannten, dem jungen Personal viel beibringen konnten und für die Reputation des Hotels unschätzbar gut waren. Bezahlt wurden sie auch für geleistete Arbeit was Arbeitsrechtlich in Europa schon ein Problem wäre. Es war eine win win situation für Hotel und ältere Angestellte. Gäste profitierten von Ihnen vertrautem , effizienten Angestellten und die älteren hatten den Stolz noch gebraucht zu werden  und etwas zu verdienen.


Ich fürchte für die Hotellerie bleibt wohl nur der Ratschlag schnell noch auf einen Bürostuhl wechseln und sich bis 70 Jahre daran festzuhalten. Ein eigenes Geschäft in Deutschland zu eröffnen ist auch keine gute Idee: https://www.hotelservicemore.com/post/lustig-zu-tode-besteuerte-gastronomie


Webseiten: mitErfahrung .de , indeed.com


Autor:

Stephan Busch verfügt über eine unschätzbare und vielfältige Erfahrung in der Hotellerie und Gastronomie. Seine Tätigkeitsfelder reichen von leitenden Positionen bei renommierten Hotel- und Resortketten bis hin zur Projektentwicklung – von der Inbetriebnahme bis zur Geschäftsentwicklung – für Hotel- und Kreuzfahrtunternehmen in Asien, Europa, Kanada und Russland


Seine Expertise umfasst nicht nur die Planung, Eröffnung und den Betrieb von Hotels, internationalen Golfclubs, Flughäfen, Resorts und Kreuzfahrtschiffen, sondern auch die erfolgreiche Restrukturierung und Neupositionierung von Unternehmen während der Finanzkrise in Asien.



Stephan Busch erwarb seinen Master-Certificate in Hospitality Management an der Cornell University (USA) und war viele Jahre als Akademischer Direktor/Dozent für Hotellerie und Tourismus an der Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität RGGU Moskau sowie an der Swiss International University St. Petersburg tätig.


 
 
 

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